Montag, 28. September 2009

Shoppen in China

Auch wenn der Titel dieses Posts vielleicht eher die Frauen anspricht, so kann ich garantieren, er wird auch für männliche Leser amüsant sein. Ich möchte heute kurz drei Anekdoten zum Shopping in China erzählen.


letzte Woche war ich mit meiner chinesischen Kollegin Li Yueheng im grossen IT-Center auf der Suche nach einem Notebook. Schon nur ein solches Einkaufszentrum war für mich als absolute Technikbanausin eine visuelle Überforderung. Anzufügen bleibt, dass es sich hier um ein min. 4-stöckige Gebäude handelte und dort von Cameras, Flashdrives, Computern, Elektrogeräten bis Elektrospielzeugen und kleinem Computerzubehör alles zu kaufen war und dies von allen grossen und kleinen Marken. Na zum Glück war ich schon mal hier mit meinem amerikanischen Kollegen und Computerspezialisten und wusste, auf welchen Computer ich losgehen musste und worauf ich achten musste..
Wir gingen gleich auf den ersten (von etwa 20 im ganzen Stock) Acershop los. Ich zeigte meiner Kollegin den Computer und erklärte ihr auf englisch meine Wünsche, Bedenken und Fragen. Sie übersetzte diese alle nach einer kleinen Denkpause in langwierige chinesische Sätze. Ich und Yuehengs Freund standen nebenbei und hörten geduldig zu, wobei ich natürlich nichts verstand und nur erahnen konnte, worüber die beiden gerade sprachen.
Manchmal stellte der hoch gestylte Verkäufer eine Frage und schaute mich wartend an. Yueheng übersetzte dann. soweit war alles prima.
Weil wir die Preise vergleichen wollten und versuchen wollten, auch hier noch ein bisschen zu feilschen, gingen wir trotzdem von Stand zu Stand. Meine chinesische Begleitung war jedoch vor allem besorgt über die Qualität des Produktes, schliesslich könnte ja etwas gefälscht sein. Als wir dann schliesslich an einem Stand uns für den Kauf entschieden, schauten sie nochmals alle Details genau an. Um den Preis konnten wir nicht feilschen, aber zumindest sollten wir noch ein bisschen Zubehör geschenkt bekommen.
Unser Verkäufer war sehr freundlich. Er wollte mir das XP auch gleich selber installieren und fragte: Chinesisch oder Englisch? - Äh, wie wär's mit Deyu (Deutsch)?
Hmm, das könnte jetzt wohl schwierig werden. Zu viert checkten wir die Nutzereinstellungen und fanden keine Möglichkeit die Sprache zu ändern...
Nach einem langen Frage- und Händelmarathon durch dieses flimmrige Einkaufszentrum scheiterte mein Kauf am Fehlen der nötigen Sprcheinstellung. Das war eine ernüchternde Erfahrung..

Am Wochenende hatte ich mit zwei Freundinnen zum shoppen abgemacht. Sie brauchten noch Schuhe und Winterkleider und ich wellte einfach mal wieder raus aus dem Campus und mich amüsieren. Nach einer Stärkung im Fastfoodrestaurant neben dem eleganten Gross-Markt ging's los. Als erstes stürzten wir uns auf die Schuhe. In den Ausstellungsgestellen waren jeweils nur eine Grösse der Schuhe ausgestellt. So mussten wir jeweils mit dem entsprechenden Schuh zum Personal gehen und diese holten unsere Grösse aus dem Lager oder kamen zurück und mussten uns mitteilen, dass sie unsere Schuhgrösse nicht mehr haben. Somit verbrachten wir vor allem in der Schuhabteilung recht viel Zeit mit warten. Meine beiden Freundinnen konnten sich dann aber beide recht bald für ein Paar Schuhe entscheiden und wollten sie kaufen. Sie mussten sich dafür einen Check ausstellen lassen im jeweiligen Geschäft. Diesen dreipapierigen Kaufbeleg mussten sie dann mitnehmen an die Kasse irgendwo auf diesem Stock und dort bezahlen. Mit den zwei übrig gebliebenen Zettelchen mussten sie zurück zum Stand gehen, wo sie die Schuhe gesehen hatten und erhielten gegen das rosa Zettelchen ihre Schuhe ausgehändigt. Das gelbe Zettelchen Durften sie behalten. Somit war der Kauf nach mehrmaligen Hin und Her erledigt.
Durch die Kosmetikabteilung hindurch nahmen wir nachher die Rolltreppe in den ersten Stock. Hier fanden sich viele einzelne Geschäftszellen, die alle Frauenkleider von verschiedenen Marken anboten. Gerade war die Herbstmode angekommen. Wir spazierten durch die gänge und schauten uns ab und an mal wieder einige Kleidungsstücke genauer an. Wollten wir etwas probieren, so mussten wir dies der Verkäuferin sagen. Sie nahm uns dann das Kleidungsstück ab und brachte es zur Garderobe. Gerne schlichen uns die Verkäuferinnen auch hinterher und schauten sich an, was wir uns wohl anschauen würden.
Bald gingen wir zwei Stockwerke höher, die Männerkleiderabteilung übersprangen wir. In der Sportabteilung ging das Probieren erst richtig los. Wir wollten alle Turnschuhe kaufen und Agata braucht auch noch eine Regenjacke. Das kompetente Verkaufspersonal war uns immer zur Seite und brachte uns die Produkte in der gewünschten Grösse.
Auch hier oben galt das gleiche Prinzip beim zahlen. Zusätzlich erhielten wir hier zu unserem Kauf noch eine Karte mit Extrageld drauf. Damit können wir uns Kosetik kaufen, wurde uns in schnellem Chinesisch erklärt. Taumeld vor Einkaufsglück gingen wir schliesslich in den ersten Stock zurück und wählten uns alle einen Artikel aus der Kosmetikabteilung aus. Natürlich wollten wir mit der Karte zahlen. Nun leider konnte nicht der gesamte Preis damit bezahlt werden, sondern nur 30%. Schlau gemacht! In unserer Euforie kauften wir die Produkte trotzdem und schlossen unseren Eikaufsbummel mit einem guten Essen im Restaurant ab.


Am liebsten geh ich auf chinesischen Märkten und bei Strassenhändlern einkaufen. Die Leute dort sind immer so fröhlich, ich kann meine gelernten chinesischen Sätze üben und mit den Händlern über den Preis diskutieren: "Zhege duo shao tian?" (Wie viel kostet dies?)- "san kuai 5 mao" (3.5 Yuan) - "Tai gui le! Ni pianyi yi dian ba?" (Viel zu teuer! Können Sie's ein bisschen billiger geben?)
Auf der Strasse ist eh alles viel billiger und es finden sich viele typisch chinesische Produkte, Viel Jadeschmuck, Tee, alle Art von Verpackungen, Chinesenschlarpen, Dekorationen, Dörrfrüchte, Fleischspiessen, Gebäck, billige Kleider und Schuhe, viel Schnickschnack und überhaupt einfach eine bunte Mischung von allem.
Meistens sind die Strassen überfüllt und zwischen den Ständen quetschen sich Rikschas, Velos, Fussgänger und Kinderwägen durch. Aber das macht nichts, gerade das macht diese Marktstassen so lebendig! Ich liebe sie dafür!
Am besten kauft man seine bevorzugten Artikel immer dann, wenn auch Chinesen dabei sind, den gleichen Artikel zu kaufen. Dann hört man nämlich den richtigen Preis und weiss, bis wohin man als Weiguoren (Ausland Mensch) "märten" muss. Ich hab zum Beispiel meine Converse-Nachahmerschuhe auf dem Markt für billige 25 Yuan, also ca. 4 Franken gekauft. Meine Freundinnen kauften Schuhe für den 30-fachen Preis im westlichen Einkaufszentrum und haben genauso wenig eine Garantie für die Qualität wie ich. Nur dass meine Schuhe nicht länger als eine Saison halten müssen...

1 Kommentar:

  1. Hallo Christina,
    wie geht es dir so? hoffe doch sehr gut. :)
    ich wollte dich fragen was man in china so vom staatsjubiläum mitbekommt.
    bei uns gab es ein bild in der zeitung von einem staatsbanket und es hiess das die bevölkerung nicht an den feierlichkeiten teilnehmen darf. gibt es denn wirklich nichts?
    liebe grüsse
    jolanda

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