Montag, 27. Juli 2009

Wo wir seit dem 9 Juli unsere Spuren hinterlassen haben…

Als ich euch das letzte mal geschrieben haben, befanden wir uns gerade in Krasnoiarsk, einer kaum touristischen Stadt in Sibirien. Dort blieben wir eine Woche und gingen wandern, Boot fahren, in die Banja und vieles mehr. Wir hatten waehrend einer Woche unsere eigene Wohnung. Wie’s dazu kam, erzaehl ich euch spaeter…
Am 12. Juli gings weiter nach Irkutsk, der groessten Stadt in der Naehe des Baikalsees. Wir hatten allerdings genug von Staedten und nahmen daher gleich den Bus weiter zur Insel Olkhon, die etwas weiter noerdlich lag. Dort liessen wir erst mal in Nikita’s Homestead verwoehnen, bevor wir nachher 5 Tage von Buchweizen, Haferschleim und getrocknetem Fisch lebten und mit Zelt und Wanderschuhen unterwegs waren. Von dort gibts viel zu erzaehlen ueber Erlebnisse mit verschiedenen Russen :D
Nach einer Woche in der Natur reisten wir zurueck nach Irkutsk, wo wir fuer zwei Naechte bei einer Couchsurferin uebernachten konnten. Die vorgesehene Party am Flussufer fiel regelrecht ins Wasser... Nach einem Sturzniederschlag waren Irkutsk Strassen unter Wasser. Wir sassen gluecklicherweise drinnen waehrend dieser Zeit.
Am 22. gings dann weiter nach Ulan Ude. Dort holten uns unerwarteterweise sogar zwei Couchsurferinnen ab, die uns schliesslich bei der Organisation unserer Tickets fuer die Weiterreise in die Mongolei behilflich waren. Nach 2h hin und her hatten wir auch dies geschafft (Marat laesst gruessen) und konnten dann doch noch ein bisschen die Stadt besichtigen. Eindruecklich waren der Besuch in einem ganz neu errichteten buddhistischen Tempel oberhalb der Stadt sowie der wohl groesste Kopf Lenins, den es in Russland oder gar in der Welt gibt – so schauderhaft!
Ja und dann ueberquerten wir die russische-mongolische Grenze in einem Bus auf den letzten und hintersten Plaetzen. Zu erwaehnen bleibt, dass die Fahrt unglaublich holprig war, obwohl es sich um die beste Strasse in der Mongolei handelte...
Und jetzt sind wir seit 3 Tagen in der Mongolei und haben uns von den Strapazen der letzten Tage in Idre’s Guesthouse bestens erholt.

Mehr von uns gibts nach der Tour around Mongolia. Sonnige Gruesse aus Ulan Batar!

Sonntag, 26. Juli 2009

Funkloch

Liebe Leute,

bitte entschuldigt die lange Funkstille auf diesem Blog.
Russland entwickelt sich momentan so schnell, dass Internetcafes, die vor drei Jahren existiert haben laut Lonely Planet heute vielleicht an einem ganz anderen Ort sind. Und ausserdem ist auch die Zivilisation noch nicht ueberall gleich weit fortgeschritten (zum grossen Glueck gewisser Orte). Dementsprechend schreib ich euch halt erst aus der Mongolei wieder, aber gerne erzaehl ich euch in den naechsten Zeilen mehr von unseren Russlanderlebnissen.

Mittwoch, 8. Juli 2009

тайга und томск

nach zwei Tagen Zugfahrt und vielen lustigen Begegnungen werden wir mitten in der Nacht aus dem Zug geworfen. Noch verschlafen und mit viel Gepaeck begeben wir uns in die Bahnhofshalle und versuchen uns ein Ticket nach Tomsk zu organisieren.

Im Zug werden wir von einer jungen Hostess angesprochen, die es kaum glauben kann, dass wir nach Tomsk kommen wollen, einfach so, aus Interesse und dass wir einfach so mal drauf los reisen. Shenja kann uns denn auch einige gute Tips geben, was wir in der Stadt anschauen sollen oder wo man gut und billig isst...
Eigentlich wollten wir uns mit ihr treffen, doch leider haben wir das treffen wortwoertlich verschlafen. schade, schon das zweite Mal, dass wir eine symphatische russische Person ungewollt versetzt haben.

Nun ja, wir erkundeten die Stadt auf eigene Faust und fanden lustig Dinge. So trafen wir an diesem Wochenende wieder Hochzeitspaare in den Strassen Tomsk's an. Und hier moecht ich denn auch die erste Ente vom Eintrag ueber Moskau aufloesen. Natuerlich sollten Joline und ich nicht verheiratet werden an diesem Wochenende in Moskau. Sondern in Russland ist es Brauch, dass man nach der Trauung zum Grab des unbekannten Soldaten geht und Blumen niederlegt und auch die Sehenswuerdigkeiten der Stadt besucht. Kein Wunder, sieht man als Tourist in Russland so viele Hochzeitsgesellschaften...

In Tomsk beeindrucken vor allem viele alte Holzhaeuser, die aufwaendig dekoriert wurden. Speziellerweise stehen viele von diesen recht schraeg in der Landschaft und sehen auch ziemlich heruntergekommen heraus. Wie uns ein Historiker kuerzlich erklaerte, wird diesen Holzhaeusern von russischer Seite kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Schade, denn den Touristen gefallen sie...

Auch hier treffen wir wieder auf die russische Industrieromantik. Ich muss mich erklaeren:
Nach einigen Stunden in der Stadt herum laufen, im Internet surfen und Kaffee trinken fuehlen wir uns von den letzten Sonnenstrahlen und dem Abendrot am Horizont angezogen. Es eroeffnet ein Blick ueber eine weite gruene Ebene mit einigen wenigen Haeusern. Vorne der Fluss. Doch weiter im Hintergrund steigt Rauch aus 4 hohen Indurstrieschloten und wieder geben Hochhaeuser und Industriekomplexe dem abendlichen Stimmungsbild eine ganz andere Faerbung...

In Tomsk hat es uebrigens, wie ich schon geschrieben habe, geschneit. Jedoch nicht Schnee sondern Bluetenstaub von den Birken. Dennoch sind die Strassen und Gehwege, Wiesen und Daecher voellig weiss von diesem Zeugs und es weht auch ueberall im Wind herum. Recht speziell, denn in den anderen Staedten Sibiriens haben wir das noch nicht angetroffen.
Die Baeme in allen russischen Staedten werden uebrigens bis auf eine Hoehe von ca 1m weiss angemalt. Dies ist, damit die Betrunkenen in der Nacht die sonst dunkelstaemmigen Baeume auch sehen koennen. Wir haben recht gelacht, als wir das gehoert haben...

Unser Aufenthalt in Tomsk endet schliesslich mit einem unglaublich langen Maraton, um die Billets nach Taiga organisieren zu koennen, aber wir haben's schlussendlich geschafft.

Vladimir, die Stadt der Zwiebeltuermchen

Eigentlich haben wir den goldenen Ring (die Region um Moskau) schon lange hinter uns gelassen, dennnoch moechte ich euch einige Worte zu Vladimir schreiben.

dieses kleine Staedtchen, so sieht es zumindest auf den ersten Blick aus, liegt etwa 2h von Moskau weg und als ersten Eindruck hinterlaesst es eigentlich gemischte Gefuehle. Beim Bahnhof scheint alles recht verlottert, wir sind wohl schon recht laendlich.
Doch als wir dann auf der Suche nach einer Unterkunft etwas mehr ins Stadtzentrum hineinkommen merken wir erst, wie einerseits riesig diese Stadt ist und andererseits welche Schoenheiten dieser Ort zu bieten hat.

In Vladimir gibt es unzaehlige Kirchen, die meisten mit goldigen Zwiebeltuermen umrundet von Parks und Baemen. Weite offene und schoen gepflegte Parkanlagen ergaenzen die Pracht dieses Ortes. Wunderbar ist auch der blick in die weiten Ebenen, waere da nich in die eine Richtung ein riesiges Kernkraftwerk und viele Plattenbauten zu sehen..

Von hier wollten wir eigentlich einen Ausflug in den kleinen Ort Suzdal machen. Tickets und die Hotelreservation hatten wir bereits, aber leider hatten wir uns auf dem Ticket verguckt und wir mussten kurzfristig einen Abend frueher abreisen und einige junge Russen versetzen, die mit uns im Park Vodka trinken wollten...

Samstag, 4. Juli 2009

Schnee mitten im Sommer

hoi zaeme!

eigentlich koennen wir's noch gar nicht glauben, aber seit nun gut zwei Tagen sind wir eigentlich in Asien. In Tomsk angekommen stellen wir aber fest, dass man das in Russland gar nicht so merkt und dass es schon Sinn macht, dass sich die Russen weder zu Asien noch zu Europa zugehoerig fuehlen, es ist einfach eigen.

Wir haben nun die laengst Zugfahrt hinter uns, ganze 48 Stunden am Stueck! Doch bis wir endlich im Zug waren, mussten wir also einiges auf uns nehmen. In Vladimir hatten wir schon alles organisiert, um am naechsten Tag in das kleine Staedtchen Suzdal zu reisen, als wir am Abend feststellen mussten, dass wir ja schon heute Abend fahren. Ich hatte irgendwie die Billete falsch gelesen weil wir eben mitten in der Nacht abfahren (das ist bei der Transsib eben so, die faehrt durch). Also mussten wir schnell packen und dann hiess es warten, bis um halb 3 morgens dann endlich unser Zug einfuhr.

In der Transsib wurden wir dann komischerweise auf drei verschiedene Abteil aufgeteilt, worueber wir uns aber erstmal keine Gedanken machten, solange wir ein Bett hatten. Wir fahren nun immer zweite Klasse, das heisst in abschliessbaren 4er-Abteil. Ich war mit einer Schwedin im Abteil der Hostessen..

Im Zug macht man uebrigens spannende Bekanntschaften, zwischendurch trifft man sogar Schweizer, oder gar Oltner :D

bevor jetzt aber mein Internet abgestellt wird beende ich diesen Blog und schreib euch ein anderes mal wieder.

Heute Abend verlassen wir die verschneite Studentenstadt Tomsk in Richtung Krasnoiarsk und hoffen, dass uns die Muecken im Osten nicht mehr so sehr blagen werden.

bis gliii, Kristina (das isch russisch)